Ein Haus aus Papier

Wenn in unseren Landen jemand sagt, dass er sich leider kein Haus leisten kann, bedeutet dies im Klartext, dass er trotzdem ein festes Dach in Form seiner Mietwohnung über dem Kopf hat. Doch nicht überall haben es die Menschen so gut. In vielen Ländern in Afrika oder Südamerika leben die Bewohner in Verhältnissen, die hierzulande niemand zu tragen bereit wäre. Die Favelas in Rio de Janeiro oder die Slums vor Kapstadt: Überall bietet sich das gleiche Bild.

Dürftig zusammen gezimmerte Hütten aus Holz, Wellblech evtl. ein paar Steinen (in der Regel dürfte man aber eher nur Lehm antreffen, als das wirklich daraus entstehende Endprodukt in Form von Ziegeln). Und gerade bei Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen sieht man immer wieder, dass diese Baracken eigentlich nur Notunterkünfte sind und niemandem als feste Behausung zugemutet werden sollte. Die wenigstens Hütten bleiben nach solch einer Katastrophe stehen und auch wenn Sie meist schnell wieder aufgebaut werden, so stehen Sie mutmaßlich nicht lange.

Doch ein deutscher Ingenieur will dieses Problem nun aus der Welt schaffen. Gerd Niemöller hat mit Experten der Bauhaus-Universität Weimar ein Haus komplett aus Papier entwickelt. Dabei wird das Ausgangsmaterial mit Kunstharz bestrichen und erhitzt, so dass die Wabenform der Platten verstärkt wird. Die Platten dämmen sowohl Hitze als auch Kälte und bieten 36 qm² Platz für lediglich 5000 $ und könnten Slums ein neues Gesicht geben.



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